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Kommentar: Komplementärmedizin gehört in die Hände der Ärzte?

Kommentar: Komplementärmedizin gehört in die Hände der Ärzte?Nicht, dass wir schon einiges in der Presse ertragen mussten, nachdem wir in unserem letzten Newsletter (08/16) darüber berichtet hatten, dass die Staatsanwalt Krefeld gegen einen Heilpraktiker ermittelt, der in Brüggen/ Bracht, nahe der niederländischen Grenze, ein biologisches Krebszentrum betrieben hat.

„Die Heilpraktiker-Ausbildung muss überprüft werden“, „Kompetenzen des Heilpraktikers müssen begrenzt werden“, „Strengere Regeln für Heilpraktiker gefordert“, „G-BA-Chef Josef Hecken will Alternativmedizin beschneiden“, „Keine Kassengelder mehr für Homöopathie“. Aber jetzt gehört die Komplementärmedizin auch noch in die Hände der Ärzte?

Wir zitieren die Pressemitteilung der Freien Ärzteschaft vom 24.08.2016:
„Viele Bürger wollen neben der klassischen Medizin auch komplementäre, naturheilkundliche oder alternative Behandlungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen. Aus Sicht der Freien Ärzteschaft sind Ärzte dafür die richtigen Ansprechpartner. „Manche Bürger wünschen alternative Medizin, die in der Regel Privatmedizin ist. Statt zum Heilpraktiker zu gehen, sollten die Patienten aber einen in der Naturheilkunde oder Komplementärmedizin weitergebildeten Arzt aufsuchen“, sagte Wieland Dietrich, Vorsitzender der Freien Ärzteschaft, am Mittwoch in Essen.

Ärzte seien langjährig medizinisch-wissenschaftlich ausgebildet und könnten fachlich fundiert beurteilen, in welchen Fällen naturheilkundliche oder alternative Verfahren sinnvoll seien. Sie wüssten aber auch, welche Methoden schlichtweg wirkungslos oder sogar gefährlich seien. Hingegen gebe es für Heilpraktiker keine staatlich geregelte Ausbildung und Prüfung wie bei den anerkannten Ausbildungs- oder den akademischen Gesundheitsberufen. Erst kürzlich waren einige Krebspatienten nach einer alternativen Behandlung beim Heilpraktiker gestorben. Dietrich betont: „Die Qualifikation von Ärzten und Heilpraktikern ist überhaupt nicht zu vergleichen. Da sollte sich der Patient gut überlegen, für welche Qualität er bezahlen möchte. (...)“

Wie kommt es, dass nach einem Einzelfall unser gesamter Berufsstand verunglimpft wird? Tagtäglich leisten wir in unseren Praxen gute und wertvolle Arbeit für unsere Patienten, die schulmedizinisch „austherapiert sind“, denen „man nicht helfen kann“, die ihre Hoffnung verloren haben, die sich von der Schulmedizin im Stich gelassen fühlen, die erfolglos behandelt wurden, die mit den Folgen schulmedizinischer Therapien zu kämpfen haben, die unter den Nebenwirkungen schulmedizinischer Medikamente leiden, die einfach falsch behandelt wurden – und da kräht kein Hahn nach? Über 12 000 Patientenbeschwerden im Jahr 2014, 2.250 tatsächliche Behandlungsfehler wurden registriert. Wer aufmerksam die Presse verfolgt, findet einen gerichtlichen Arztfall nach dem anderen. Und wer fordert hier „Begrenzung der Kompetenzen“? Wer entreißt hier den Ärzten ihre Therapien?

Wir wollen die Ärzteschaft nicht generell verteufeln, auch nicht die Schulmedizin, sie leistet wertvolle Dienste. Aber wir wehren uns dennoch entschieden gegen die maßlose Übergriffigkeit gegenüber unserem Berufstand.

Ein Einzelfall muss ein Einzellfall bleiben – und Komplementärmedizin unsere Kompetenz!

Quellen:
https://goo.gl/nFl106, https://goo.gl/gvxEma, https://goo.gl/6YLRcK, https://goo.gl/RqNWr0, https://goo.gl/iVxGNl, https://goo.gl/l2Jkxg

 

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