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Neue Strahlenschutzverordnung: Softlaser in der Naturheilpraxis

Laser

Seit Oktober diesen Jahres sorgt die neue „Strahlenschutzverordnung“ bei einigen Kolleginnen und Kollegen für Verwirrung. Denn die Strahlenschutzverordnung neu (kurz: StrSchV neu) regelt erstmals auch den Einsatz von Lasern, allerdings nur, wenn sie zu kosmetischen oder sonstigen nichtmedizinischen Zwecken angewendet werden.

 

 

 

Damit zielt die Verordnung primär auf die Entfernung von Tätowierungen mittels Laser ab, denn die darf künftig nur noch von Ärztinnen und Ärzten vorgenommen werden.

Damit löst die „StrSchV neu“ die „Strahlenschutzverordnung alt“ (StrSchV alt) und die Röntgenverordnung alt (RöV alt) ab. Noch gelten getrennte Versionen der Röntgenverordnung bzw. Strahlenschutzverordnung, zum 31.12.2018 werden sie zusammengelegt.

Wenn Sie als Heilpraktiker bisher Laser außerhalb der Heilbehandlung angewendet haben (Tatooentfernung durchgeführt haben), dürfen Sie das nur noch bis 2020 tun. Dann greift der Arztvorbehalt und die sogenannte „Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen vor nichtionisierender Stahlung bei der Anwendung am Menschen“ (NiSV) tritt in Kraft. Zweck der NiSV ist unter anderem die Anwendung von Lasern im kosmetischen Bereich zu regeln. Allerdings sind die Ärzte dann auch verpflichtet sich entsprechend in dem Bereich fortzubilden. Zudem gelten allgemeine Anforderungen an den Betrieb der Geräte.  

Wenden Heilpraktiker in ihrer Praxis nicht-invasive Softlaser bis zur Klasse 3B, zum Beispiel zur Akupunktur, zur Narbenbehandlung oder zur Behandlung von Hauterkrankungen an, sind sie nicht von dieser Regelung betroffen. Der Arztvorbehalt greift hier nicht (und ist auch nicht zu erwarten). Und auch der Heilpraktiker für Psychotherapie kann, da nicht invasiv, Softlaserakupunktur zur Behandlung von Ängsten, depressiven Verstimmungen o.ä. einsetzen.

Natürlich muss der Heilpraktiker auch sachkundig sein. Es ist aber nicht festgelegt, wie der Heilpraktiker/ Heilpraktiker für Psychotherapie diese Sachkunde erwirbt (zum Beispiel kann er sie durch Einweisung des Geräteherstellers erwerben). Hier greift das „Gesetz zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen“ (kurz: NiSG), weil eine Heilbehandlung stattfindet. An das NiSG ist allerdings die „Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung“ (kurz: OStrV) „gekoppelt“. Sie dient dem Schutz von sämtlichen Mitarbeitern, die in einer Praxis arbeiten, in der „medizinische Laser“ eingesetzt werden - und muss dann auch erfüllt werden. Es besteht zumindest für den „Laserschutzbeauftragten“ der Praxis eine jährliche Fortbildungspflicht (Laserschutzseminar). Arbeitet der Heilpraktiker/ Heilpraktiker für den Teilbereich Psychotherapie allein, liegt es in seinem Ermessen wie er sich fortbildet. Es muss nicht jährlich sein und kann gegebenenfalls über ein „Update“ durch den Gerätehersteller oder ein Webinar geschehen.

 Lasergeräte müssen beim jeweils regional zuständigen Ordnungsamt und bei der zuständigen Berufsgenossenschaft angemeldet werden (nur angemeldet, nicht genehmigt!). Unter die NiSV fallen IPL- und Lasergeräte, Hoch- und Niedrigfrequenzgeräte, Ultraschall- und Gleichstromgeräte sowie Magnetfeldgeräte und sie „trifft“ vor allem Kosmetikerinnen, nicht den Heilpraktiker.

Haarentfernungslaser dürfen nach wie vor auch von Personen, die keine Ärzte sind, betrieben werden. Die Regelungen zur erforderlichen Sachkunde treten hierfür erst zum 31.12.2021 in Kraft.

 Links und Quellen:

 Pressemeldung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit zur Modernisierung des Strahlenschutzrechts: https://www.bmu.de/pressemitteilung/bundeskabinett-beschliesst-verordnung-zur-weiteren-modernisierung-des-strahlenschutzrechts/

 Bundesamt für Strahlenschutz:

 Über die Strahlenschutzverordnung: http://www.bfs.de/DE/bfs/gesetze-regelungen/strahlenschutzverordnung/strahlenschutzverordnung_node.html

 Über den „Einsatz starker Lichtquellen“ in der Kosmetik: http://www.bfs.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/BfS/DE/2018/007.html

„EU-Parlamente verbieten Laserbehandlungen durch Nichtmediziner“ (Artikel von 2009): https://www.derma.de/de/news/uebersicht/detail/browse/53/article/1223/1049//search/DE/

 Informationen zum Laser und zum Laserschutzbeauftragten von „Akupunktur Blum“: https://www.blum-akupunktur.de/content/LASERINFORMATIONEN.html

Gesetz zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen: http://www.gesetze-im-internet.de/nisg/

 Zur Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung: https://www.gesetze-im-internet.de/ostrv/BJNR096010010.html

 Mehr zu den Anforderungen an die Sachkunde für Haarentfernungslaser: https://www.asclepion.com/strahlenschutzverordnung-2019/?lang=de



 

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