Recht

What´sApp und Schweigepflicht

Rechtsfrage des Monats: What´sApp und SchweigepflichtHaben Sie vielleicht auch schon mal einen Termin mit Ihrem Klienten über What’sApp, Facebook oder per E-Mail gemacht? Unsere Rechtsfrage des Monats ist diesmal ziemlich brisant. Wie steht es um unsere Schweigepflicht, wenn wir diese Wege nutzen, um unsere Patientenkontakte zu pflegen? Antwort gibt wie immer unser Fachanwalt Dr. jur. Frank Stebner.

Frage:
Ich habe auf meinem Mobiltelefon die Nummern meiner Klienten gespeichert.
Verstoße ich gegen die Schweigepflicht, wenn ich What's App nutze?
1. ohne mit den Klienten dieses Medium zu nutzen
2. wenn ich mit Klienten nach Absprache auch per What's App kommuniziere?


Antwort:
WhatsApp, E-Mail usw. sind keine Kommunikationswege, die vor dem Zugriff Dritter sicher geschützt sind. Sie sollten deshalb das Einverständnis Ihrer Patienten einholen und sich schriftlich bestätigen lassen. Ihr Dr. F. Stebner, RA

Ergänzung der Redaktion nach Absprache mit Herrn Dr. Stebner:
Grundsätzlich verstoßen Sie nicht gegen die Schweigepflicht, wenn Sie sich über die o.g. Wege mit Ihren Patienten austauschen. Wenn Ihr (potenzieller) Patient z.B. von sich aus via E-Mail Kontakt aufnimmt, können Sie davon ausgehen, dass die von ihm benutzte E-Mail vertraulich ist.

Man wird vom Heilpraktiker nur erwarten können, dass er dann, wenn er aufgrund der Umstände erkennt, dass ein Kommunikationsweg unsicher und für den Patienten nachteilig sein kann, diesen Weg unterbindet bzw. ausdrücklich das Einverständnis (unter Umständen am besten schriftlich bestätigt) einholt. Beispiel: Der (potenzielle) Patient nutzt eine E-Mail-Adresse, die erkennbar einem (oder seinem) Unternehmen (Firma) zugeordnet ist.

Generell empfehlenswert ist daher, dass Sie Ihren Patienten einen „Kommunikationsbogen“ ausfüllen lassen. Hier kann Ihr Patient genau festlegen, über welche Wege er vertraulich/ persönlich mit Ihnen in Kontakt stehen möchte.

Wichtig ist zudem, dass Sie als Heilpraktiker streng darauf achten, dass erkennbar keine fremden Personen mitlesen können. Beispiel: Es wird eine Patienteninformation mit Einverständnis des Patienten versendet. Bei einem Sammelversand der Information muss also ein Blind-Copy-Versand (Bcc) verwendet werden.



Quelle: www.heilpraktikerverband.de

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