Recht

Anforderungen Praxis im eigenen Haus

Rechtsfrage des Monats: Anforderungen Praxis im eigenen HausImmer wieder beschäftigen sich insbesondere angehende Kolleginnen und Kollegen mit der Möglichkeit, die Praxis im eigenen Haus zu führen. Das macht flexibel, spart Arbeitswegzeit und ist in der Regel kostengünstiger.

Welche rechtlichen Voraussetzungen für die Praxis im eigenen Haus/ in privaten Räumen (eigener Wohnung) gelten, das erklärt unser Fachanwalt Dr. F. Stebner.

Frage:
Sehr geehrter Herr Stebner, meine Frage bezieht sich evtl. eher auf Wohnrecht, aber vielleicht können Sie mir trotzdem helfen: Kann ich rechtlich in meinem eigenen, von mir auch bewohnten Haus, meine Tätigkeit als Physiotherapeutin und Heilpraktikerin ausschließlich für Privatpatienten und Selbstzahler ausüben? Ich habe einen Behandlungsraum und bin auch beim Gesundheitsamt gemeldet. Vielen Dank vorab für Ihre Hilfe!

Antwort:
Ob Sie Ihre Praxis auch in privaten Räumen (z. B. eigener Wohnung) eröffnen können, hängt maßgeblich vom jeweiligen Bauordnungsrecht des Landes ab. Ggf. wäre eine Umwidmung für die Nutzungsänderung nötig. Nutzungsänderungen sind nach Landesbaurecht zu beurteilen. Bei Heilpraktikerpraxen, insbesondere bei HPP, gibt es grundsätzlich keine Probleme. Sie sollten hier Kontakt zu Ihrem zuständigen Bauordnungsamt aufnehmen.

Welche Anforderungen an die Räumlichkeiten einer Praxis gestellt werden, richtet sich nach dem Baurecht der Länder. Ich empfehle, hierüber eine Erkundigung bei zuständigen Behörden (Gesundheitsamt oder Bauordnungsamt) einzuholen.

Es ist darauf hinzuweisen, dass Vollheilpraktiker den Ärzten für Allgemeinmedizin gleichgestellt werden. Demnach bestehen grundsätzlich die gleichen Anforderungen an die Praxis. Sie sollten jedoch evtl. auf Ihre eingeschränkte, genaue ausgeübte Tätigkeit bei einem Gespräch mit dem Bauordnungsamt hinweisen, da sich daraus reduzierte Anforderungen ergeben könnten. Ihr Dr. F. Stebner, RA

Quelle: www.heilpraktikerverband.de

 

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