Senioren: Lebensqualität und Prophylaxe im Fokus

Senioren: Lebensqualität und Prophylaxe im Fokus Chronische Erkrankungen und andere gesundheitliche Beeinträchtigungen wie vermindertes Hör- oder Sehvermögen bestimmen den Alltag vieler älterer Menschen. Bei den Betroffenen führt das häufig zu zunehmender Teilnahmslosigkeit und sozialem Rückzug. Genau das zu verhindern, sollte zu den Hauptaufgaben von Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern im täglichen Umgang mit Senioren gehören: oft parallel zur Therapie von auf den ersten Blick „greifbareren“ Leiden. Denn die Naturheilkunde kennt viele Mittel und Wege, das allgemeine Wohlbefinden auch im reiferen Lebensalter zu erhalten bzw. zu verbessern. Ein vielversprechender Weg zum Ziel: eine altersoptimierte Ernährung, kombiniert mit der Einnahme von der Lebensqualität zuträglichen Homöopathika.

DIE optimal passende Ernährung für jeden Lebensabschnitt gibt es nicht. Das zeigt sich bereits am Anfang allen Seins: So enthält die Muttermilch automatisch alles, was ein Mensch zu Beginn seines Lebens benötigt. In späteren Lebensabschnitten muss der Mensch jedoch selbst darauf achten, sich altersgemäß und entsprechend seiner individuellen Bedürfnisse zu ernähren – wozu Heilpraktiker einen wesentlichen Teil beitragen können.
So geht auch der Lebensabend mit individuellen Ernährungserfordernissen einher. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der Glykämische Index (GI) – nicht zuletzt, wenn der Patient bereits unter einem Diabetes mellitus Typ 2 bzw. unter erhöhten Zuckerwerten leidet: Gibt der GI doch die Blutzucker-steigernde Wirkung eines Lebensmittels in konkreten Zahlen an. Lebensmittel mit hohem GI wie raffinierter Zucker, Weißbrot, Bier usw. verursachen demnach erhöhte Blutzuckerspiegel, während Lebensmittel mit niedrigem GI (Müsli, Vollkornerzeugnisse, Obst, Erbsen, Linsen) diesen senken und daher zu bevorzugen sind.

Betroffene Senioren sollten demnach reine Kohlenhydrat-Mahlzeiten meiden und mindestens 40 Gramm Ballaststoffe pro Tag verzehren. Weniger als 10 Prozent der aufgenommenen Energie sollte aus gesättigten Fettsäuren stammen, da diese LDL-Cholesterin fördern. Weitaus besser sind hochwertige pflanzliche Fette mit einem hohen Anteil an Omega-3- und -6-Fettsäuren (HDL-Cholesterin) wie Raps- und Olivenöl.
Generell wichtig ist auch, dass der gesamte Energiebedarf vom 25. bis zum 75. Lebensjahr um rund 25 Prozent sinkt. Ab dem 51. Lebensjahr sollten Frauen demnach nicht mehr als 1.700, Männer nicht mehr als 2.100 Kilokalorien (kcal) zu sich nehmen. Eine Ausnahme gilt für bestimmte Erkrankungen, bei denen ein hoher Energieverbrauch vorliegt und deshalb ein erhöhter Kalorienbedarf besteht. Dazu gehören u.a. Herzinsuffizienz, Infektionen, Hyperthyreose und Krebserkrankungen.

Auf Verpackungen von Lebensmitteln wird deren Energiegehalt meist zusätzlich in Kilojoule (kJ) angegeben. Für den Fall, dass der Energiegehalt ausschließlich in kJ angegeben ist, kann man seinen Patienten folgende grobe Faustformel an die Hand geben: 4 Kilojoule entsprechen etwas weniger als 1 Kilokalorie (exakt: 1 kcal = 4,1868 kJ).

Als Lieferant mittelfristig wirksamer Energie dient das Protein, wovon der Körper im Alter täglich bis zu 1,5 g pro kg Körpergewicht benötigt. Den einzelnen Proteinen kommt außerdem große Bedeutung zu bei Zellaufbau und -ersatz (Gewebe, Haut, Haare, Sehnen, Blut, Gewebeflüssigkeiten usw.), Hormonregulierung und dem Aufbau von Immunglobulinen (Abwehrstoffen). Gute Eiweißquellen sind mageres Fleisch, magerer Fisch, Milch und Milchprodukte, Eier, Sojaprodukte, Hülsenfrüchte und Kartoffeln.
Energiemäßig am stärksten zu Buche schlägt das Fett mit einem Wert von 38 kJ pro Gramm, während Kohlenhydrate und Proteine „nur“ 17 kJ pro Gramm liefern. Alkohol liefert 29 kJ pro Gramm. Auf Fett (Lieferant langfristiger Energie) sollten maximal 30 Prozent der täglichen Energieversorgung entfallen. Ältere Menschen sollten vor allem darauf achten, ausreichend ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Omega-3-und Omega-6-Fettsäuren) zu sich zu nehmen, da diese wichtig für den Aufbau der Zellmembrane, die Blutgerinnung und die Durchlässigkeit der Blutgefäße sind.
Reich an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren ist zum Beispiel unraffiniertes Rapsöl. Empfehlenswert sind auch Pflanzenöle wie Olivenöl usw. (mit Ausnahme von Kokosfett, das überwiegend gesättigte Fettsäuren enthält), frischer (oder tiefgefrorener) Fisch und mageres Fleisch. Damit lässt sich altersbedingten Beschwerden wie verlangsamter Fettresorption, eingeschränkter Fettverdauung und -unverträglichkeit am besten entgegenwirken.
Bezüglich des Körpergewichts gilt im Alter folgendes: Vorsicht bei einem deutlichen Gewichtsverlust, für den es keine Erklärung wie eine Diät oder einen anderen konkreten Anlass gibt. Denn eine solche Gewichtsabnahme kann auf eine Mangelernährung, Fehlabsorption oder (Krebs-)Erkrankung hinweisen. Deshalb sollte das Gewicht regelmäßig kontrolliert werden. Auf Hungerkuren sollten Senioren indes generell verzichten.
Da das Durstempfinden mit zunehmendem Alter ab- bzw. die Angst vor zu häufigem Harndrang häufig zunimmt, kommt auch der Flüssigkeitsversorgung besondere Bedeutung zu. Die täglich zu trinkende Flüssigkeitsmenge sollte mindestens 1,5 bis 2 Liter betragen und im Wesentlichen aus folgenden Getränken bestehen: (stilles) Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees, (ggf. verdünnte) Fruchtsäfte. Schwarzer Tee und Kaffee sollten dagegen nur in geringen Mengen genossen werden.

Im Zusammenwirken mit der Trinkmenge spielen auch die Ballaststoffe eine wichtige Rolle, da diese im Gegensatz zu den artverwandten Kohlenhydraten nicht vom menschlichen Verdauungstrakt aufgespalten werden können. So leiden zahlreiche ältere Menschen unter Obstipation, Divertikulose oder Hämorrhoiden. Hilfreich können sich in diesem Zusammenhang Ballaststoffe auswirken, die den Stuhl auflockern, Wasser binden und die Peristaltik des Darmes fördern. Enthalten sind Ballaststoffe vor allem in Vollkornkornprodukten, Kleie, Zitrusfrüchten und Blattgemüse.
Bei der Vitaminzufuhr ist darauf zu achten, dass der Bedarf an B12 (enthalten in Innereien, Fleisch, Sauerkraut, Eiern und Milch) steigt. Ein Mangel kann Nervenerkrankungen, Demenz, Motorik-Ausfälle, Depressionen, erhöhte Reizbarkeit, Verwirrtheit sowie Blutarmut begünstigen. Eine vegane Lebensweise ist deshalb vor allem im gehobenen Lebensalter kritisch zu betrachten. Daneben steigt der Bedarf an Vitamin D (Hering, Sardinen, Eigelb, Milch, Lebertran), das auch über Sonnenstrahlen aufgenommen wird.

Zusammenfassend gilt, dass die geeignete Ernährung für Senioren generell folgende Attribute aufweisen sollte: gut verträglich, Verdauungsvorgänge und Organfunktionen unterstützend, dem abnehmenden Energiebedarf entsprechend und alle für den Körper notwendigen Nährstoffe ausreichender Menge enthaltend.

Ernährung bei bestimmten Altersleiden

Bei einigen Alterserkrankungen sind darüber hinaus speziellere Empfehlungen zu beachten. Hier einige Empfehlungen für Ihre Patienten :

  • Hypertonie: Ggf. Übergewicht abbauen. Kochsalzzufuhr auf maximal 6 g pro Tag reduzieren. Alkohol meiden. Ausreichende Zufuhr an Kalium, Magnesium, Calcium, Vitaminen und Ballaststoffen.
  • Hyperlipidämien: Verzicht auf Alkohol, Zucker, Süßigkeiten und Zuckeraustausch-Stoffe (Fructose, Sorbit, Xylit). Regelmäßiger Verzehr von Omega-3-Fettsäure-haltigen Nahrungsmitteln wie Rapsöl, Makrele, Hering, Thunfisch und Lachs.
  • Hypercholesterinämie: Verminderung der Fettzufuhr (maximal 7 bis 10 Prozent der gesamten Energiezufuhr pro Tag). Fettarme Zubereitungsmethoden. Möglichst keine tierischen und gehärteten Fette. Reichlich Vollkornprodukte, Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und pektinreiche Obstsorten (Äpfel, Birnen). Einschränkung des Verzehrs von Innereien, Krusten- und Schalentieren (Meeresfrüchte).
  • Herz- und Gefäßkrankheiten: Wenig tierische Fette (Ausnahmen: Hering, Makrele, Lachs und Thunfisch wegen enthaltener Omega-3-Fettsäuren). Viel pflanzliche Fette mit hohen Gehalten an Omega-3- und -6-Fettsäuren, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Obst und Gemüse.
  • Arthrose/Rheumatische Polyarthritis: Tierische Fette meiden. Mindestens zwei Fisch- und Sojamahlzeiten pro Woche. Kein Alkohol. Ggf. Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln (Vitamine A, C und E, Spurenelemente Eisen, Kupfer, Zink und Selen).
  • Osteoporose: Untergewicht vermeiden. Wenig Eiweiß, Kochsalz, Koffein und Alkohol. Ausreichende Vitamin-D-Zufuhr.
  • Hyperurikämie/Gicht: Maximal 100 Gramm Fleisch, Wurst oder Fisch pro Tag (streng purinarm: maximal an zwei Tagen pro Woche). Eiweiß in Form von Milch, Milchprodukten und purinarmen Pflanzenprodukten. Kein Alkohol. Erhöhte Zufuhr nichtalkoholischer Getränke wie Tee, Kaffee und Wasser. Keine Innereien wie Leber, Niere, Bries und Herz. Verzicht auf bestimmte Fischsorten (Forelle, Karpfen, Scholle, Salzheringe), Krustentiere (Hummer, Krabben), Erbsen, weiße Bohnen und Linsen, die allesamt zu viel Harnsäure enthalten.
  • Harnsteine: Die beiden häufigsten Harnsteinarten sind Calciumoxalat- (70 bis 75 Prozent aller Fälle) und Harnsäure-Steine (10 bis 15 Prozent). Folgende Empfehlungen gelten für beide: 2,5 bis 3,5 Liter pro Tag trinken. Maximal 0,8 Gramm Eiweiß pro kg Körpergewicht und Tag. Purinreiche Lebensmittel wie Innereien, Sardinen, Heringe, Fisch- und Geflügelhaut meiden. Kochsalzkonsum einschränken. Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Salate, Obst und Gemüse bevorzugen.
  • Gallensteine: Nahrungsanteil von Fett und raffinierten Kohlenhydraten zugunsten ballaststoffreicher Kost reduzieren. Ggf. vorhandenes Übergewicht langsam und dauerhaft abbauen.
  • Reflux-Krankheit: Alkohol (vor allem abends), Kaffee, Kakao und zuckerreiche Getränke meiden. Ggf. auf mehrere kleine eiweißreiche, jedoch fett- und zuckerarme Mahlzeiten umstellen. Vor allem das Abendessen sollte nicht zu üppig und spät ausfallen.
  • Obstipation: Aufnahme von mindestens 30 Gramm Ballaststoffen pro Tag. Reichliche Flüssigkeitszufuhr. Kaliumreiche Ernährung (Gemüse, Kartoffeln, Tomaten, Trockenfrüchte usw.).

Homöopathische Förderung der Lebensqualität

Darüber hinaus arbeite ich in meiner Praxis überwiegend mit Homöopathika, wenn es darum geht, den Senioren zu mehr Lebensqualität zu verhelfen und sozialen Rückzug und Teilnahmslosigkeit zu vermeiden. Zum einen sind die entsprechenden Arzneimittel – trotz meiner Erfahrung nach guter Wirkung – nebenwirkungsarm bzw. -frei, was gerade bei älteren Menschen wichtig ist, die schon häufig mehrere Arzneimittel parallel zueinander einnehmen. (Gemäß einer alten Apothekerregel, die besagt, dass niemand mehr beurteilen kann, wie sich die gleichzeitige Einnahme von vier oder mehr Medikamenten, egal welchen, gleichzeitig auswirkt.) Zum anderen, weil gerade die Homöopathie breite Akzeptanz innerhalb der (reiferen) Bevölkerung und meiner Patientenschaft besitzt.

Zur Anwendung in meiner Praxis kommen dabei vor allem folgende drei komplexhomöopathischen Präparate der Firma Phönix, die im dreitägigen Wechsel eingenommen werden (Einnahmeplan dazu gratis):

  • Aurum jodatum Phcp (Streukügelchen: bestehend aus Arnica montana, Aurum iodatum, Barium iodatum und Secale cornutum, jeweils Dil. D10)
  • Gelsemium S Phcp (Streukügelchen aus Citrullus colocynthis, Gelsemium sempervirens, Kalium bichromicum und Pulsatilla pratensis, jeweils Dil. D10)
  • Kalium bichromicum Phcp (Streukügelchen aus Aurum chloratum, Conium maculatum und Kalium bichromicum, jeweils Dil. D10)

Die Verabreichung dieser Medikamente im konsequent einzuhaltenden dreitägigen Wechsel ist auch unter dem Namen „Wahrnehmungskonzept“ bekannt (früherer Name, der noch zahlreichen dienstälteren Kollegen geläufig sein dürfte: „Konzept zur Erhaltung der Lebensqualität“).
Als sinnvolle Ergänzung des Wahrnehmungskonzept kommt für mich das Schüsslersalz Nr. 11 (Silicea, Siliciumdioxid, Kieselerde) in Betracht: Das Spurenelement Silicea gilt als ältestes Heilmittel der Welt. Es wurde bereits von den alten Ägyptern verwendet und soll krankhaften Gefäßveränderungen wie Arteriosklerose usw. entgegenwirken. Wer bei Phönix bleiben will, findet diesbezüglich im Kompendium des Bondorfer Unternehmens u.a. das Mineralsalz-Destillat Nr. 11 Silicea D6 spag. Glückselig, das neben Phönix auch von Staufen-Pharma vertrieben wird.
Das Besondere daran: Das Mineralsalz-Destillat Nr. 11 Silicea D6 spag. Glückselig vereint zwei etablierte naturheilkundliche Wirkprinzipien zu einem neuen großen Ganzen: nämlich die Information nach Schüßler mit der Kraft/Arbeitsenergie der Spagyrik. Nicht zuletzt ein entscheidender Aspekt, wenn es darum geht, auch solche Patienten für sich zu gewinnen, die bereits glauben, alles über Schüßler-Salze zu wissen.

Johannes W. Steinbach
Heilpraktiker und Medizinjournalist mit eigener Praxis in Konz, mehrfacher Buchautor

Naturheilpraxis Steinbach
Schillerstr. 18, 54329 Konz
Tel.: 06501 - 920 915 0

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