Schulterbeschwerden

Patient: 45 Jahre, männlich.

Beruf: Schreiner.

Agz: Gut bis sehr gut, leichtes Übergewicht.

Beschwerdebild:
Der Patient klagte über Schmerzen in der rechten Schulter und über Steifheit. Anheben des Armes bis zum Kopf war nicht möglich.

Diagnose:
Schmerzzustand und Schultersteifheit unklarer Genese. Rheumafaktor > negativ.
Aus der Familienanamnese liess sich auch kein Anhaltspunkt finden.

Vorbehandlung:
Fangopackungen und Salben verschiedener Firmen in unterschiedlichen Zusammensetzungen.

Die Behandlung:
Da bei passiver Bewegung keine Crepetatio (Crepitatio f: Krepitation; 1. palpator. knisterndes Gefühl (inf. Aneinanderreiben rauer Flächen) vorlag, konnte eine Arthrose ausgeschlossen werden, ebenso gab es fuer eine Arthritis keinerlei Anzeichen. Es wurde ein Behandlungsversuch mit einer Procain-hydrochlorid Injektion an den Plexus brachialis gemacht, um den Schmerz auszuschalten. Die Schmerzfreiheit hielt – nach Patientenangabe, bei der 2. Konsultation am darauffolgenden Tage – 4 Stunden an, danach stellte sich die Schultersteife und der Schmerz in alter Stärke wieder ein. Bei genauer Befragung stellte sich heraus, dass der Patient – beim ersten Besuch hatte er keine Angaben gemacht – vor einem Jahr an der Gallenblase operiert worden war. Der Patient wurde gegen seine anfängliche Meinung, dass eine Op-Narbe nichts mit seiner Schulter zu tun haben könne, im Rahmen der Neuraltherapie nach Hunecke behandelt. Die Narbe der Gallenoperation wurde "lege artis" enttstört. Es trat ein "Sekundenphänomen" ein. Der Patient war schlagartig schmerzfrei und konnte den Arm frei bewegen. Der Patient konnte bereits nach der 2. Behandlung entlassen werden. Schmerzzustände und Bewegungseinschränkungen sind nicht wieder aufgetreten.

Beobachtungszeitraum: 1,5 Jahre.

Zusammenfassung:
Bei Schmerzzuständen unklarer Genese lohnt es sich immer neuraltherapeutisch zu behandeln, besonders dann – das sind meine Erfahrungen – wenn eine Operation im Bauchraum, besonders ist hier die Gallenblasenoperation zu nennen, stattgefunden hat.

Hp. Kurt W. Seifert

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