Paracetamol: Neuer Warnhinweis wegen schwerwiegender Nebenwirkung
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat gemeinsam mit der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) die Fach- und Gebrauchsinformationen für paracetamolhaltige Arzneimittel angepasst. Der Grund: das neu bewertete Risiko einer metabolischen Azidose mit vergrößerter Anionenlücke (HAGMA), eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Stoffwechselstörung.
Was bedeutet das?
Die HAGMA kann sich durch Symptome wie tiefe, beschleunigte Atmung, extreme Müdigkeit, Erbrechen und Übelkeit äußern. Besonders gefährdet sind Patienten mit:
- Sepsis
- schwerer Niereninsuffizienz
- Glutathionmangel
- chronischem Alkoholmissbrauch
- Personen, die gleichzeitig Flucloxacillin einnehmen
Was ist zu beachten?
- Paracetamol-Präparate dürfen künftig nur noch mit aktualisierten Warnhinweisen abgegeben werden.
- Selbstherstellung und Abgabe durch Apotheken ist nur mit angepasster Kennzeichnung zulässig.
Hinweis für die Praxis:
Auch wenn Paracetamol in der Heilpraktikerpraxis selten direkt eingesetzt wird, ist es dennoch relevant – denn viele Patienten greifen eigenständig und ohne ärztliche Rücksprache zu paracetamolhaltigen Präparaten, etwa zur Schmerz- oder Fieberlinderung. Die aktualisierten Warnhinweise zu möglichen schwerwiegenden Nebenwirkungen wie der HAGMA machen deutlich, wie wichtig gute Aufklärung ist.
Wir empfehlen daher, bei entsprechenden Symptomen gezielt nach einer Selbstmedikation mit Paracetamol zu fragen, Risikogruppen für die neue Nebenwirkung zu sensibilisieren und im Zweifel eine ärztliche Diagnostik zu veranlassen. So kann die heilkundliche Begleitung einen wichtigen Beitrag zur sicheren Gesamtversorgung leisten.
Gelbe Liste: Paracetamol – Neue Warnhinweise zu seltener, aber schwerwiegender Nebenwirkung
RTL: Seid ihr auch betroffen? Neue Nebenwirkung bei Paracetamol gemeldet! Das müssen Patienten jetzt wissen
ABDA: 25/25 Information der Institutionen und Behörden – BfArM – Änderung der Produktinformationen für paracetamolhaltige Arzneimittel (mit Standardzulassung) – Risiko einer metabolischen Azidose mit vergrößerter Anionenlücke (HAGMA)
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