Rheumatoide Arthritis: naturheilkundlich gut behandelbar

Rheumatoide Arthritis: naturheilkundlich gut behandelbar Die Rheumatoide Arthritis ist die meistverbreitete unter mehr als 100 verschiedenen Krankheiten des Rheumatischen Formenkreises. 0,5 bis 1 Prozent der Weltbevölkerung leiden darunter. Es handelt sich um eine meist an den Innenschichten der Gelenkkapseln von Hand- und Fingergelenken beginnende chronische Entzündung (Synovialitis), die Gelenkknorpel und gelenknahe Bereiche zerstört. Die Krankheit – häufig auch als Chronische Polyarthritis bezeichnet – gilt als unheilbar, lässt sich jedoch vor allem im Frühstadium gut behandeln und in ihrer Entwicklung verlangsamen. Wie sich selbst im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium noch Therapieerfolge erzielen lassen, möchte ich an dieser Stelle an einem Fallbeispiel aus meiner Praxis erklären. Auf Grund seiner typischen Symptomatik kann es als stellvertretend für viele andere Patientenschicksale betrachtet werden.

Ein Fall wie viele andere: Gisela F., 38-jährige Einzelhandelskauffrau, suchte mich vor einigen Jahren in meiner Praxis auf, nachdem bei ihr von ärztlicher Seite eine Rheumatoide Arthritis diagnostiziert worden war. Während ich normalerweise grundsätzlich einmal jede von Patienten „mitgebrachte“ Diagnose infrage stelle, schien mir das Bild bei Frau F. eindeutig. So klagte die Patientin u.a. seit längerem über Morgensteifigkeit, Gelenkschmerzen  mit -schwellungen sowie deutlichen -funktionseinschränkungen und Muskelschmerzen.

Ihr Arzt, bei dem Frau F. auf Grund ihrer Beschwerden bereits seit einigen Monaten in Behandlung war, hatte bereits alle gängigen schulmedizinischen Untersuchungen veranlasst, die u.a. folgende leidenstypische Befunde erbrachten:

  • Labor: Rheumafaktor positiv, HLA-DR4 nachweisbar, C-reaktives Protein erhöht
  • Röntgen: gelenknahe Osteoporose, Gelenkspalt-Verschmälerung, „angefressene“ Gelenke

Für die Kollegen, deren HP-Ausbildung schon ein wenig länger her ist (mich inbegriffen), zum Vergleich noch einmal die 7 Diagnostischen Kriterien der ARA (american rheumatism association), von denen mindestens 4 erfüllt sein müssen, um die Diagnose Rheumatoide Arthritis zu belegen:

  • Morgensteifigkeit der Finger für mindestens 1 Stunde seit mindestens 6 Wochen
  • Schwellung von mindestens 3 Gelenk-Regionen seit mindestens 6 Wochen
  • Schwellung von Hand- und/oder Finger-Gelenken seit mindestens 6 Wochen
  • symmetrische Gelenkschwellung seit mindestens 6 Wochen
  • subkutane Rheumaknoten
  • Rheumafaktor positiv
  • typische Knochenveränderungen an Händen (beim Röntgen sichtbar)

Des Weiteren litt Frau F. bis einige Wochen vor Erstkonsultation in meiner Praxis unter den Folgen eines Karpaltunnel-Syndrom (operativ behoben). Zur Auffrischung: Einer chronischen Kompression des Nervus medianus mit Sensibilitätsstörungen an Daumen, Zeige- und Mittelfinger, die sich nicht knicken lassen – verbunden mit Daumenballen-Atrophie und nächtlichen Schmerzen, die sich nur durch Hände-Ausschütteln lindern lassen.
Vor „längerer Zeit“ sei sie zudem sporadisch wegen eines Pfeifferschen Drüsenfiebers behandelt worden: Dieses führt zu Hyperplasie (Zellzunahme) und Hypertrophie (Zellwachstum) des lymphatischen Gewebes mit charakteristischen Blutbild-Veränderungen und entsteht bekanntlich durch eine Infektion mit dem Eppstein-Barr-Virus. Wie jeder andere Virus auch ist dieser Eppstein-Barr-Virus aus rein schulmedizinischer Sicht lediglich symptomatisch behandelbar. Viel wichtiger im Zusammenhang mit der Rheumatoiden Arthritis ist jedoch, dass das Pfeiffersche Drüsenfieber (alternativ auch als Infektiöse Mononukleose bezeichnet) bzw. die häufig darauf folgende Bildung von Auto-Antikörpern als mögliche Ursache einer Rheumatoiden Arthritis gilt.

Neben der Bildung von Auto-Antikörpern nach einem Pfeifferschen Drüsenfieber gilt des Weiteren die familiäre Häufung von Krankheiten des Rheumatischen Formenkreises als potenziell erhöhtes Risiko, selbst an einer solchen zu erkranken. Und „Rheuma“ liege ohnehin in der Familie, wie die Patientin mir gegenüber bestätigte.

Alles in allem eine Anamnese mit zahlreichen häufig zu beobachtenden Symptomen bzw. Merkmalen einer bereits fortgeschrittenen Rheumatoiden Arthritis – womit die Chance einer frühzeitigen naturheilkundlichen Behandlung mit besseren Behandlungschancen leider bereits vertan war. Doch welcher Heilpraktiker kennt diese Problematik nicht? Wie viele andere Patienten auch, „klapperte“ Frau F. zunächst alle Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten ab, für die ihre gesetzliche Krankenkasse die Kosten übernahm. Der Besuch beim Heilpraktiker kam erst infrage, nachdem alle anderen (kostenlosen) Möglichkeiten ausgeschöpft waren und man ihr im Bekanntenkreis eindringlich zu diesem Schritt riet.
Entgegen meiner sonst üblichen Herangehensweise, zu Beginn einer Behandlung eher auf wenige bzw. nur eine einzige Therapiemethode zu setzen, entschloss ich mich deshalb, mehrere Ansätze gleichzeitig zu verfolgen – konkret: Spagyrik, Phytotherapie und Komplexhomöopathie. Der naheliegende grundlegende Gedanke dabei war, nicht noch mehr wertvolle Zeit zu verlieren, stattdessen alle erfolgversprechenden „Knöpfchen“ auf einmal zu drücken.

Im Normalfall arbeite ich persönlich eher zurückhaltend, nicht zuletzt um für künftige anderweitige Behandlungen des gleichen Patienten zu wissen, was ihm wirklich geholfen hat und auf welche naturheilkundlichen Verfahren er besonders gut reagiert. Meiner Erfahrung nach spricht nämlich nicht jeder Mensch gleichermaßen auf jedes Heilverfahren an, weshalb ich auch mehrere Methoden in meiner Praxis offeriere, die ich aber meist separat anwende.

Der konkrete Maßnahmen-„Mix“ aus Spagyrik, Phytotherapie und Komplexhomöopathie im Falle von Frau F. sah letztendlich aus wie folgt:

Spagyrik:
Von früheren Behandlungen anderer Patienten mit Krankheiten des Rheumatischen Formenkreises kannte ich aus eigener Erfahrung bereits das sogenannte „Bewegungskonzept“ der Firma Phönix. Dieses setze ich vor allem gerne ein, um Schmerzen  auf Grund einer entsprechenden Erkrankung zu lindern. Es besteht aus den beiden Spagyrika „Phönix Hydrargyrum spag.“ (gemäß spagyrischer Lesart kühlende Wirkung) und „Phönix Stellaria spag.“

Phönix Hydrargyrum spag. enthält die Bestandteile Arnica montana e floribus sicc. Glückselig Dil. D2, Bolus alba spag. Glückselig Ø, Cuprum sulfuricum Dil. D4 und Hydrargyrum bichloratum spag. Glückselig Dil. D6. Phönix Stellaria spag. enthält Acidum arsenicosum spag. Glückselig Dil. D4, Arnica montana e floribus sicc. Glückselig Dil. D2, Aurum chloratum Dil. D5, Bolus alba spag. Glückselig Ø, Camphora Dil. D3, Citrullus colocynthis e fructibus sicc. Glückselig Dil. D4, Cuprum sulfuricum Dil. D4, Digitalis purpurea Glückselig Dil. D4, Hydrargyrum bichloratum spag. Glückselig Dil. D6, Plumbum aceticum spag. Glückselig Dil. D4, Raphanus sativus var. niger Glückselig Ø, Solidago virgaurea ex herba rec. Glückselig Ø, Stellaria media ex herba rec. Glückselig Ø, Stibium sulfuratum nigrum Dil. D8, Tartarus depuratus spag. Glückselig Ø und Urginea maritima var. alba e bulgo sicc. spag. Glückselig D4.

Dosierungsschema: (siehe auch Tabelle)

Phönix Hydrargyrum spag.:
1.-3. Tag: 3 x 50 Tropfen
4.-6. Tag: 3 x 40 Tropfen
7.-9. Tag: 3 x 30 Tropfen
10.-12. Tag: 3 x 20 Tropfen
ab dem 13. Tag: 3 x 20 Tropfen

Phönix Stellaria spag.:
1.-3. Tag: /
4.-6. Tag: 3 x 5 Tropfen
7.-9. Tag: 3 x 10 Tropfen
10.-12. Tag: 3 x 15 Tropfen
ab dem 13. Tag: 3 x 20 Tropfen

Phytotherapie:
Dabei verwendete ich den Klassiker Teufelskrallenwurzel in Form des Antirheumatikums „Doloteffin“. Nach Angaben des Herstellers Ardeypharm ist dessen Wirkung der synthetischer COX-2-Hemmer ebenbürtig, was klinisch nachgewiesen sei. Daneben bietet Doloteffin nach Herstellerangaben zwei weitere – für mich entscheidende – positive Eigenschaften:

  • auf Grund des wässrigen Extraktes eine stärkere Knorpelprotektion und bessere Verträglichkeit im Vergleich zu alkoholischem Teufelskrallenwurzel-Extrakt
  • hohe Magenfreundlichkeit, da die physiologischen Funktionen der Prostaglandine unbeeinflusst bleiben

Dosierung: 3 x täglich 2 Kapseln mit reichlich Wasser vor den Mahlzeiten

Komplexhomöopathie:
In diesem Zusammenhang verabreichte ich der Patientin 2 x pro Woche je 2 Ampullen (à 1,1 ml) „Juv 110 Injektionslösung“ i.m. Hersteller Phönix empfiehlt zwar eine Dosierung von 1-2 ml täglich. Auf Grund des längeren Anfahrtswegs zu meiner Praxis kam das jedoch für die Patientin nicht in Betracht.

Juv 110 habe ich zum einen deshalb verwendet, um bereits vorhandenen entzündlichen Vorgängen gegenzusteuern bzw. weiteren entzündlichen Vorgängen vorzubeugen. (Juv 110 enthält Fraxinus, Thuja occidentalis, Raphanus und Haematoxylon.) Zum anderen wollte ich das Immunsystem stimulieren (Viscum album, Thuja occidentalis, Condurango und Acer negundo), ohne noch ein weiteres Medikament verschreiben zu müssen.

Fazit:
Nachdem die Patientin nach der ursprünglich anberaumten Therapiedauer von 4 Wochen über wesentlich weniger Schmerzen in Verbindung mit einem deutlich verbesserten Allgemeinzustand berichtete, entschieden wir uns gemeinsam, die Therapie weitere 2 Wochen fortzusetzen. Mit dem Ergebnis, dass die positive Entwicklung weiter anhielt. Auf eigenen Wunsch verzichtete Frau F. während dieser Zeit aus Zeit- und Kostengründen auf begleitende Labortests usw. Die Verbesserung des Allgemeinzustands war jedoch auch so unübersehbar.
Als die Patientin vor nunmehr zwei Monaten auf Grund eines anderweitigen Leidens in meiner Praxis vorstellig wurde, berichtete sie mir, dass die positive Wirkung der Behandlung nach wie vor anhalte (wenn auch leicht vermindert) – sie deshalb immer noch konsequent je 3 x 20 Tropfen Phönix Hydrargyrum spag. und Phönix Stellaria spag. sowie 3 x 2 Kapseln Doloteffin täglich einnehme. Weitere Juv 110-Injektionen seien daher noch nicht notwendig. Ein erfreulicher Zustand, der sie u.a. dazu veranlasste, meine Praxis weiteren Mitgliedern ihrer Selbsthilfegruppe zu empfehlen. Des Weiteren ein Beleg dafür, dass die Naturheilkunde vielfach in der Lage ist, auch unheilbare Krankheiten erfolgreich zu therapieren.

Zur Illustration:
Einnahmeschema für Phönix Hydrargyrum spag. und Phönix Stellaria spag.:

 

1.-3. Tag:

4.-6. Tag:

7.-9. Tag:

10.-12. Tag:

ab 13. Tag:

Phönix Hydrargyrum spag.

3 x 50 Tropfen

3 x 40 Tropfen

3 x 30 Tropfen

3 x 20 Tropfen

3 x 20 Tropfen

Phönix Stellaria spag.

/

3 x 5 Tropfen

3 x 10 Tropfen

3 x 15 Tropfen

3 x 20 Tropfen

 

Johannes W. Steinbach
Heilpraktiker und Medizinjournalist mit eigener Praxis in Konz, mehrfacher Buchautor

Naturheilpraxis Steinbach
Schillerstr. 18, 54329 Konz
Tel.: 06501 - 920 915 0

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