Urethritis während Gravidität

Patientin:
35 Jahre, 1 Woche nach Geburt ihres 3. Kindes

Aktuelle Beschwerde und Vorgeschichte:
Im Rahmen eines telefonisch erreichbaren 24h Notdienstes (bitte juristisch relevante Fußnote beachten!), schildert die Patientin folgende akute Situation: Vor zwei Wochen, also währen der letzten Schwangerschaftswoche, spürte sie ein starkes Brennen währen des Urinierens. Ihr behandelnder und wohl naturheilkundlich orientierter Hausarzt verordnete zunächst homöopathisch Sepia officinalis in der Potenz C 30. Nach ausbleibender Wirkung bekam die Patientin das Breitbandantibiotikum Amoxicillin, ein häufig verordnetes Antibiotikum aus der Gruppe der Aminopenicilline (Wirkstoffgruppe der ß-Lactam Antibiotika). Das Brennen in der Urethra verschwand und sie entband vor einer Woche Ihr drittes Kind. Seit gestern nun leidet sie erneut unter starkem Brennen beim Wasserlassen, vor allem gegen Ende.

Eine genaue Befragung der Symptomatik ergibt eine Besserung des Brennens durch Auflegen einer Wärmflasche auf den Unterbauch. Sie friert, schwitzt aber dennoch wie immer viel, trinkt generell viel Salbeitee, der Appetit ist vermindert. Wegen der Schmerzen würde sie am liebsten auf der Toilette sitzen bleiben, habe das Gefühl ständig urinieren zu müssen, ein abwärtsdrängendes Gefühl im Genitalbereich und Jucken in der Harnröhre.
Der Milchfluss ist vermehrt.
Psychisch gehe es Ihr mit dem dritten Kind sehr gut, gerade zu euphorisch. Dennoch seien die brennenden Schmerzen erneut so unerträglich, wodurch sie sehr schnell genervt ist. Im Haushalt will sie alles selber und schnell erledigen, achte auf Sauberkeit. Allgemeine Schmerzverschlimmerung durch Stress und Kälte.

Behandlung und Verlauf:
Die homöopathische Repertorisation (siehe unten) führt eindeutig zum Mittel Cantharis (Spanische Fliege). Auf Grund der Heftigkeit der Schmerzen und der Vorbehandlung mit Sepia und Antibiotikum, verordne ich Cantharis C 30, davon 3 Globuli auf der Zunge zergehen lassen.

Drei Tage später erfolgt ihr erster Rückruf: Das Brennen sei zu über 90% weniger und trete nur noch ab und zu auf. Schwitzen und Abwärtsdrängen der Vagina sind kaum noch vorhanden. Mental sei ihre Reizbarkeit wesentlich gemildert. Sie hat dennoch Angst, die Urethritis komme zurück, wenn wir nichts weiter tun. Der Patientin verordne ich eine Wiederholung des Mittels Cantharis C 30, 3 Globuli oral.

Zwei Wochen später der zweite Rückruf: Das Brennen trete nur noch selten und dann bei starkem Stress auf. Daher verordne ich nun Cantharis C200, davon 3 Globuli auf neutraler Zunge zergehen lassen (also nicht direkt vor /nach Essen, Zähneputzen etc.) Es erfolgten keine weiteren Anrufe.

(Die hierbei verwendeten Rubriken der Radar-Repertorisation sind:
Keyword=harnröhre-schmerz-brennend-urinieren
Keyword=harnröhre-schmerz-brennend-urinieren-ende urinierens
Keyword=harnröhre-jucken
Keyword=harnröhre-schmerz-brennend-urinieren-harndrang
Keyword=blase-schmerz-urinieren-wenige tropfen abgehen nachdem
Keyword=blase-urinieren-dysurie-schmerzhaft
Keyword=allgemeines-druck amel
Keyword=allgemeines-wärme amel
Keyword=gemüt-reizbarkeit-gereiztheit schmerzen)

Fußnote:
Gesetzgeber und Gesundheitsamt schreiben vor:
Das Erstellen von Ferndiagnosen oder die fernmündliche Behandlung gehören laut Gesetz zu den schweren Fehlern in der Kunst der Heilpraktiker und Ärzte. So wie in diesem Fall des telefonisch erreichbaren 24h Notdienstes verschiedener Heilpraktiker, muss betont werden, dass es sich lediglich um eine allg. Auskunft und Beratung handelt (also keine abschließenden Diagnosen !!), mit dem Zweck dem Patienten direkt einen passenden Heilpraktiker oder Facharzt (unter Adressnennung) zu nennen. Die Nennung eines Präparates muss gleichzeitig mit dem Hinweis erfolgen, der Anrufer soll sich nicht allein auf die telefonische Auskunft verlassen, sondern auch bei Einnahme des empfohlenen Mittels, den vorgeschlagenen oder einen frei gewählten Behandler aufsuchen!

Praxis Christian Schäringer
Heilpraktiker
Thierschstr. 31
80538 München
Tel.: 089 / 29161321

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